Mittwoch, 9. Juni 2021

 Tüünstedt  –  Nicht wirklich lustig

Sarkastisches Granulat gefunden
     Bekanntlich wird in Tüünstedt nicht nur hochfeines Stupidium gefördert, sondern auch die international hochbegehrte ’Seltsame Erde' gesammelt. 
     Nun hat unser Tüünstedter Hobby-Geologe Felix Steiner u.a. auch 'Kritische Rohstoffe' auf dem Gelände des Kuller-Gutes gefunden. Darunter sogar 'Sarkastisches Granulat‘. Der genaue Fundort im Südwesten des Kiesbruches wird natürlich noch geheim gehalten. Hinweise auf das Tüünstedter 'Sarkastische Granulat' sind unter Androhung energischer bis robuster Ermahnung streng verboten. 
     Rollo von Tüünstedt will das Zeug vorerst nur diskret der Europäischen Mountain-Union anbieten. Er hofft auf den Uschi-Faktor.
     Bahnchef Börnie Baanersson hat sich sofort bei Rollo um den Transport des 'Sarkastischen Granulates' mittels der Tüünstedter Kleinbahn beworben. Er meint, dass das Zeug so bescheuert aussieht, dass es nur auf der TüKB ungefährdet ins Lager transportiert werden könne. Rollo hat zugesagt. Bahnchef Börnie will drei Niederbord-Wagen zur Verfügung stellen. 
     Gnoom & Foss bereiten auf ihrer Werft einen neutralen 24ft Container für die Lagerung des hochsensiblen 'Sarkastischen Granulates‘ vor. Schließlich soll es ja nicht alt und grau werden. 
     Susi Skript / Tüünstedter Nachrichten Manufaktur

Dienstag, 2. März 2021

 Tüünstedt    Aktuell von jetzt

Viktor Viktorowitsch Glawnyy verlässt Tüünstedt

     Schwester Hildegard hatte Recht. Viktor Viktorowitsch Glawnyy ist wohl nur eine ungefähre Doublette von Wlad Pu. Nach eigener Aussage sollte er uns Tüünstedtern Erdgas und Erdöl anbieten. Dafür gäbe es dann ein langes Gazprom-Entlade-Pier bis zum tieferen Fahrwasser vor dem Tüünländer Nordkap, sowie russischen, militärischen Schutz vor imperialistischen Überfällen. Bei Vertragsabschluss solle er selbst von Wlad Pu eine Art lebenslänglicher Rente bekommen und ein Häuschen am Schwarzen Meer bei Sotschi. 

     Weil es nun keinen Vertrag gibt, ist er vorhin hastig abgereist und von Nikki Störtebeeker per Kanu (!) am Strand von Drüben abgesetzt worden. Tommy Myspy sagt, er hätte selbst beobachtet, dass Viktor dort ein in den Büschen verstecktes Fahrrad bestiegen hätte und auf dem Feldweg in Richtung Klütz fortgeradelt sei. Das ist zumindest ungewöhnlich.

     Generaloberstabsfeldwebel Veelstriepen versichert, dass Viktor von unseren Tüünstedter Verteidigungs-Anlagen und Ausrüstungen nichts sehen konnte. Bis zum Drüben-Strand war er permanent unter Bewachung durch drei große, kräftige Schutztruppler. 

     Rollo von Tüünstedt will sich weiterhin nicht zu Viktor Viktorowitsch Glawnyy äußern. 

Susi Skript / Tüünstedter Nachrichten Manufaktur


Sonntag, 28. Februar 2021

 Tüünstedt    Letzte Februar-Presse-Konferenz

Aktuelles für Tüünstedt

     Rollo von Tüünstedt (Kleinherzogtümlicher Hofberichterstatter) eröffnete die heutige Sonntags-Pressekonferenz wie prophezeit pünktlich um 13:33 Tüün-Zeit. Begleitet von Generaloberstabsfeldwebel Veelstriepen, Rocky Radab, Schwester Hildegard und Moushee (!). 

—  Erstes Thema war die Ernährungs-Lage der Tüünstedter. Schwester Hildegard bemängelte die einseitige Ernährung mit Erbsen-Eintopf. Sie will zukünftig für mehr Labskaus, Rollmops und Kaviar sorgen. Milch, Eier, Zucker und Mehl gäbe es genug.

—  Rocky Radab beklagt den Zustand der kontinentaldeutschen Straßen zwischen Drüben und dem Tieloh-Hauptquartier. Die meistens verstopfte Autobahn würde die sensiblen Motore zu früh verschleißen. Er empfiehlt deshalb den Tüün-Kurieren dringend, mit mäßigem Tempo die gemütlichen Landstraßen zu benutzen. Das würde auch die Benzin-Kosten senken. Außerdem würden die Kurier-Kraftfahrzeuge jetzt alle mit GPS-Kontrollerie ausgestattet. Wegen fauler Ausreden und so.

—  Rollo v.T. teilte mit, dass die Gespräche mit dem vermutlich Moskauer Diplomaten Viktor Viktorowitsch Glawnyy vorerst keine nutzbaren Ergebnisse erbracht hätten. 

Moushee ergänzte süffisant lächelnd, dass Viktor Viktorowitsch Glawnyy ein, nun ja, kleiner, russischer Mann sei. Allerdings sähe er sich selbst wohl als großen, starken Mann von Welt. Weitere Fragen beantwortete sie, süffisant lächelnd, nicht mehr. 

— Generaloberstabsfeldwebel Veelstriepen erklärte, dass Viktor Viktorowitsch Glawnyy während seines Aufenthaltes auf Tüünstedt diplomatisch immunisiert werde und permanent eine Drei-Mann Schutztruppen-Wache zu seinem Schutz erhalte. Selbstverständlich dürfe er gerne jederzeit wieder abreisen. 

     Rollo von Tüünstedt verneinte nachdrücklich die Frage, ob Tüünstedt eine diplomatische Vertretung in Moskau einrichten wolle. "Nicht in Washington, nicht in Beijing und auch nicht in Moskau“ sagte er. 

Damit wurde die Sonntags-Presse-Konferenz beendet.

     Susi Skript / Tüünstedter Nachrichten Manufaktur

 Tüünstedt    Gruß aus Moskau?

Wer kommt denn da aus dem Osten?

     Freitag Nachmittag klingelte am Drüben-Strand ein Reisender aus Moskau (mit Diplomaten-Schein) nach der Rampen-Fähre. Kuddl Daddeldu ruderte ihn herüber und setzte ihn erstmal bei Döörte in die Sitz-Ecke. Dann alarmierte Kuddl ziemlich aufgeregt das kleinherzogtümliche Büro in der Rolloburg und forderte Rollo von Tüünstedt sowie ein paar Schutztruppler an. Dringend! 

     Kein Wunder! Der Reisende aus Moskau hat eine verblüffende Ähnlichkeit mit einem bekannten Moskauer Politiker. Allerdings lautete der Diplomaten-Schein auf einen für uns unbekannten Namen: Viktor Viktorowitsch Glawnyy. 

     Rollo von Tüünstedt (unser Außenpolitiker) will erstmal hören, was der Moskauer uns zu erzählen hat. Eine Presse-Konferenz soll dann später folgen. 

     Der Moskauer Diplomat wird vorerst in einer gepanzerten Draisine von unseren größten Schutztrupplern geschützt und abgeschirmt. Trotzdem können wir ihn in einem ersten Eindruck beschreiben: Etwa 170cm groß, blond, blaue Augen. Dazu passend ein schwarzer Maßanzug mit blauer Krawatte sowie elegante schwarze Schuhe. Außerdem konnten wir eine sehr teure Luxus-Armbanduhr aus Glashütte an seinem Handgelenk erkennen. Döörte sagt, er würde recht gut Deutsch sprechen. Natürlich mit Akzent, aber verständlicher als der grüne Schwabe. 

     Auch GOStFw Veelstriepens Stabshelferin Irony Airsteam flüsterte diskret, der Moskauer Diplomat hieße angeblich Viktor Viktorowitsch Glawnyy. Sie begleitet ihn zur Rolloburg. 

     Schwester Hildegard ist sich sicher, das der Moskauer Diplomat Viktor Viktorowitsch Grawnyy nur ein Imitat, oder eine Doublette, oder ein Doppelgänger, oder ein Hochstapler oder sowas ähnliches ist. 

OK RT gibt dazu zur Zeit noch keine Presse-Konferenz. Sagt er. 

     Susi Skript / Tüünstedter Nachrichten Manufaktur


Donnerstag, 11. Februar 2021

 Tüünstedt    Rettung für Flüchtlinge

Lienzer Kosaken erhalten Asüül in Tüünstedt

     Knapp östlich der "Rampensau Rampe“ sind heute Mittag sechs russisch im Stil der Roten Armee gekleidete und bewaffnete, recht ansehnlich bronzierte Männer von Bord eines deutschen Postbootes angelandet worden. 


Sie haben sich gleich anschließend Richtung Westen aufgemacht und bei Döörte im Rampensau-Container gemeldet, sowie bei ihr – formgerecht entsprechend der Genfer Üblichkeit – um Asüül in Tüünland gebeten. Einer von ihnen erklärte in breitestem Wiener Dialekt, dass sie aus Liiints (Lienz) geflüchtete Kosaken seien und dass sie auf gar keinen Fall für Wlad Pu kämpfen wollen. Die anderen nickten und sagten im Chor "Wladimir böse, Mutti gutt, Tüünmann am besten!“ 
     Schwester Hildegard recherchierte anhand ihrer gesammelten Kriegsgeschichten, dass es sich um Nachkommen der früheren Atamanen Krasnow, Schkuro, Kulakow, Vasilieff, Domanow und Kononow handelt. 

     In einem ersten Gespräch bei Keksen, Wodka und Tee plauderten die sechs frei von der Leber weg über ihre Wut auf Lenin, Stalin, Wlad Pu, den Ami Eisenhauer und den Briten Tschörtschill. Besonders den halten sie für ”Bullshit Man“. 

     Mit dem Einverständnis von OK RT sowie Kleinherzog R.T. Leu von Tüünstedt erhalten die sechs Flüchtlinge Asüül in Tüünland und vorerst drei freie Container hinter dem Hafen. 

     Generaloberstabsfeldwebel Veelstriepen will sie so schnell wie möglich in die Tüünstedter Schutztruppe integrieren. ”Kosaken sind immer gut zu gebrauchen!“ meint er.

     Susi Skript / Tüünstedter Nachrichten Manufaktur




Montag, 8. Februar 2021

 Tüünstedt  –  Sturm und Hochwasser

Natürliche Bedrohung aus dem Osten

     Generaloberstabsfeldwebel Veelstriepen und Nikki Störtebeeker teilen mit, dass mindestens Heute und Morgen und noch ein paar Tage mit einer kräftigen Sturmflut aus Osten zu rechnen ist. Tüünland muss mit bis zu einem Meter höherem Pegel rechnen. Der Tüünstedter Hafen und die Rampe am Südufer werden geschlossen. Deshalb wird es zwischen Drüben und Tüünland auch keinen Fährverkehr geben. Nicht einmal mit Sturmbooten. Mit Jollen, Kanus und Faltbooten erst recht nicht. 

     Wer schon in Drüben wartet, sollte sich oben hinterm Knick ein kälte- und sturmfestes Loch graben, oder zurück zu den Boltenhagener Agraristen kriechen. 

     Die Tüünstedter Kleinbahn stellt wasserfeste Loks und Wagen zur Verfügung, die notfalls auch auf überschwemmten Strecken fahren können. Schwimmwesten werden Bahnfahrern kostenlos zur Verfügung gestellt. Heißen Holunderpunsch gibt der Zugführer aus.

     Unser kleinherzogtümlicher Hofberichterstatter und Außenpolitiker Rollo von Tüünstedt legt Wert auf die Feststellung, dass diese Bedrohung aus dem Osten nicht von Wlad Pu ausgelöst wurde und auch nicht auf Gasblasen in der Kadetrinne zurückgeht. Trotzdem sollen Küstenpatrouille und Schutztruppe auf maritime Verdächtigkeiten achten.

     Susi Skript / Tüünstedter Nachrichten Manufaktur


Freitag, 29. Januar 2021

 Tüünstedt  –  Alte Gespenster

Seit ’45 immer noch unterwegs

     Der uns vor einigen Tagen angekündigte große Mercedes 770/1939(?) von anno dunnemals ist heute Vormittag im Tieloh-HQ vorgefahren. Die vier ziemlich vergeisterten Insassen sind angeblich ein gewisser Adolf Führer, seine persönliche Sachbearbeiterin Eva Blümchen, ihr Bodyguard Rocky Mitch sowie Ecki Kemm, ein hochrangiger Chauffeur. 



     Weil als letzte Adresse der Reisenden "Rio" angegeben wird, sie aber offensichtlich schon einige Zeit in Spanien verbracht haben, besteht Schwester Hildegard auf einer gründlichen Quarantäne, bis unsere altbewährten Tüün-Geister sich von der Identität der "Neuen" überzeugt haben.


     Kleinherzog R.T. Leu von Tüünstedt sagte: "Die sollen hier ja nicht laut rumgeistern! Erstmal blasse Brötchen backen, bevor wir weitersehen.“ 

     Susi Skript / Tüünstedter Nachrichten Manufaktur